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Rund um das Visualisieren im Unterricht und wie du erfolgreich deine Ziele erreichst!

ZIMT-Methode

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Zimt_Dose

„Bitte reflektieren Sie Ihre Unterrichtsstunde!“

Panik steigt in dir auf!?! Was sollst du bloß sagen? Was wollen deine Prüferinnen und Prüfer hören? Wie sollst du dich darstellen?

Nach wochenlangen Nachtschichten weißt du nicht mehr, was du sagen sollst? Du hast das Gefühl, dass du alles bereits in deinen Unterrichtsentwurf geschrieben hast?

Keine Sorge: Unterrichtsreflexionen kann man lernen! Jede erfahrene Lehrkraft stand mal an diesem Punkt. Hier lernst du, wie du professionell deinen Unterricht reflektierst.

Wie man seinen Unterricht professionell reflektiert!

Die ZIMT-Methode ist einer der häufigsten Methoden zur Reflexion von Unterrichtsbesuchen bzw. Lehrproben im Examen.

So wirst du zum Profi in der Stundenreflexion!

Wie ist dein Unterricht gewürzt?

ZIMT ist ein Gewürz aus der getrockneten Rinde des ZIMT-Baumes. ZIMT wird eine magenstärkende und blutdrucksenkende Wirkung nachgesagt.

Mit der ZIMT-Methode kannst du deinen Unterricht reflektieren ohne Magenbeschwerden und hohem Blutdruck. Bei dieser Reflexionsmethode werden die wesentlichen Aspekte deines Unterrichts beleuchtet. ZIMT ist eine Abkürzung für: Ziel, Inhalt, Methode und Time (Zeit).

Die ZIMT-Methode kann dir als innerer Fahrplan für deine Unterrichtsreflexion dienen.

Z

Nenne die Ziele deiner Stunde. Hast du diese Ziele erreicht? Wenn ja, welche? Wenn nein, warum nicht? Nenne die angebahnten Kompetenzen.

I

Nenne die Inhalte deiner Stunde!

M

Welche Methoden hast du verwendet? Welche Medien spielten eine entscheidende Rolle?

T

Nenne kurz den zeitlichen Ablauf. Hast du dich an deinen Plan gehalten? Wie war dein Zeitmanagement?

8 Tipps für eine gelunge Reflexion

1. Atme!

Hast du Angst vor einem Blackout in der Nachbesprechung?

Wenn du merkst, dass deine Aufregung in deiner Prüfung steigt, verschaffe dir einen ruhigen Moment.

In meiner mündlichen Prüfung im ersten Staatsexamen bekämpfte ich meine innere Panik, indem ich darum bat, ein Fenster zu öffnen. Nach dieser ein-minütigen Unterbrechung (durch kurze Bewegung und bewusstem Atmen) verlief die Prüfung wieder sehr gut.

Tipp: Sprich langssamer und atme mehr – atme 5x tief ein und aus.

2. Strukturiere dich!

Zwischen deiner Unterrichtsstunde und deiner Reflexion sollte eine kurze Pause sein, in der du dir kurz Notizen machst.

Nimm dir Zeit, um dich zu strukturieren. Mit Hilfe der ZIMT-Methode hast du eine gute Gliederung für einen flüssigen Vortrag.

Sei prägnant. Hole nicht zu weit aus. Deine Zeit in der Reflexion ist begrenzt. Verliere dich nicht in Details, sondern setze relevante Schwerpunkte bezogen auf deine Unterrichtsstunde.

Bei der Unterrichtsreflexion geht es darum, den Unterricht hinsichtlich besonderer Gelenkstellen und methodisch-didaktischer Überlegungen bzw. Handlungen zu prüfen und ggf. kritisch zu hinterfragen.

Nenne deutlich deine Erfolg. Wodurch wurde sichtbar, dass du deine Ziele erreicht hast?

Tipp (Struktur und Relevanz): Nutze die ZIMT-Methode und sprich über relevante Aspekte deiner Stunde. Rede über Wichtiges und rede nicht über Unwichtiges!

3. Der erste Eindruck zählt!

Wie bei jeder Präsentation gilt: der erste Eindruck zählt und der letzte Eindruck bleibt!

Dein Auftritt und wie du dich verkaufst, ist schon der halbe Erfolg. Alle Rhetorik-Regeln gelten auch bei der Unterrichtsreflexion:

  • Lächeln nicht vergessen!
  • Achte auf Augenkontakt!
  • Verzichte auf Weichmacher, die dich kleiner machen als du bist: ich hätte vielleicht doch…
  • Verwendet einen elaborierten Wortschatz und nutze Fachvokabular
  • Mache Pause
  • Sorge für einen freien und ruhigen Raum, in dem du dich wohlfühlst.
  • Achte auf dein äußeres (und inneres) Erscheinungsbild!
 

Tipp: Rhetorik und Fachsprache sind Trumpf. Achte auf deine Kommunikation! Starte deine Nachbesprechung immer mit einem positiven Aspekt. Daran werden sich deine Prüfer immer erinnern. Beende deine Reflexion immer mit einem gelungenen Aspekt deines Unterrichts.

4. Erkenne Schwachstellen und gib Lösungen!

Perfekte Menschen sind unsympathisch! Schon gewusst? Außerdem gibt es keine perfekten Unterrichtsstunden! Bei jeden Unterricht gibt es etwas, was hätte besser funktionieren können.

Wie du deinen Unterricht würzt, zeigst du auf zwei Weisen: erstens durch deinen Unterrichtsentwurf und zweitens durch deinen Unterricht und die anschließende Reflexion. Planung und Umsetzung sind nicht das Gleiche!

Im Reflexionsgespräch geht es um die Analyse deiner gezeigten Unterrichtsqualität. Hier steht dein Erfahrungswissen im Mittelpunkt. Durch deine (Lehrer-) Persönlichkeit, deine Fähigkeiten und Verhalten im Unterricht, deine (geheimen) Überzeugungen wird dein Unterricht gewürzt. Entscheidend ist deine Bewertung deines eigenen Verhaltens und mögliche Konsequenzen für spätere Unterrrichtssituationen.

Frage dich:

  • Gab es Probleme oder Hindernisse in meinem Unterricht?
  • Wodurch wurden Probleme / Hindernisse für mich sichtbar (Indikatoren)?
  • Gibt es für Handlungsalternativen (Lösungen) zu dieser Situation.
  • Gibt es pädagogische Begründungen für diese Handlungsalternative?
 

Tipp: Nutze den pädagogischen Dreiklang aus: Problemorientierung, Lösungsorientierung und pädagogische Begründung! Argumentiere mit Hilfe  deines Erfahrungswissens, dass du als Expert*in hast.

5. Habe die richtige Perspektive!

„Der Kevin hat heute wieder gestört! Der nervt echt immer!“ 

Oh je, das ist unprofessionelles Geschwätz aus dem Lehrerlästerzimmer, aber kein adäquater Beitrag in deiner Unterrichtsreflexion.

Dein Handeln und deine Entscheidungen stehen im Fokus der Nachbesprechung. Argumentiere aus deiner Lehrerperspektive. Sende eine ICH-Botschaft und zeige deinen Experten-Status: „Ich habe durch meinen gelungenen Unterrichtseinstieg die Konzentration der Schülerinnen und Schüler auf die Leitfrage der Stunde gelenkt und die Motivation der Schülerinnen und Schüler gefördert. Der Beitrag von Susi zeigte mir deutlich, dass sie die Intention der Stunde verstanden hatte.“

Frage dich:

  • Was wollte ich erreichen (mein Ziel)?
  • Wie habe ich es umgesetzt (meine Handlung)?
  • Wodurch wurde dies sichtbar (Indikatoren)?

 

Sei deinen Schülerinnen und Schülern stets zugewandt und argumentiere in der Nachbesprechung entsprechend. Weichst du von deinem Plan ab, dann tust du dies stets, weil deine Schülerinnen und Schüler in deinen Augen dann einen Vorteil dadurch haben. Vergiss also nie den Perspektivwechsel in deiner Unterrichtsreflexion und überlege wie deine Schülerinnen und Schüler dein Verhalten wahrgenommen haben könnten.

Tipp:

a.) Reflektiere aus der Lehrerperspektivedu stehst im Fokus und nicht deine Schülerinnen und Schüler.

b.) Nimm einen Perspektivwechsel ein und überlege dir, wie deine Schülerinnen und Schüler dein Verhalten wahrgenommen haben.

6. Sei du!

Bei allen Ratschlägen kommt jetzt wohl einer der wichtigsten. Höre stets auf dein Bauchgefühl und sei flexibel. In jeder Lehrprobe können unvorhergesehene Dinge passieren. Reagiere auf deine innere Stimme. Überhöre sie nicht! Reagiere immer authentisch und ehrlich. Mit deiner Persönlichkeit und deiner Begeisterung gewinnst du immer!

Habe Vertrauen in deinen Experten-Status: KEINER kennt DEINE Lerngruppe in DEINEM Unterrichtsfah an DEINER Schule so gut wie DU! Sei zuversichtlich. Du kannst das!

Tipp: Höre auf dein Bauchgefühl und sei flexibel – sei du selbst!

7. Sei kritikfähig!

Kritikfähig, aber wie?

Der Unterrichtsentwurf kostet häufig viele Stunden Arbeit und die Vorbereitungen wollen gar kein Ende nehmen. Die anschließende Kritik der Fachleiterinnen und Fachleiter kann sich vernichtend anfühlen, gerade, wenn diese wenig wertschätzend und zu persönlich ist. Schließlich stehen viele persönliche Einstellungen und Überzeugungen auf dem Prüfstand.

Kritik ist manchmal schwer auszuhalten. Bei vielen Menschen entsteht das sofortige Bedürfnis sich zu rechtfertigen. „Ich habe mich so verhalten, weil…“ Halte die Kritik aus und überlege dir in einer ruhigen Minute:

  • ob du die Kritik verstehst,
  • ob du die Kritik annehmen möchtest und
  • ob du die geäußersten Ratschläge umsetzen kannst.

 

Nimm die Kritik zur Kenntnis und versuche dich nicht zwanghaft zu rechtfertigen. Du kannst wie folgt reagieren:

  • „ich werde darüber nachdenken…“
  • „aus dieser Perspektive habe ich das noch nicht betrachtet…“
  • „darin liegt eine Chance…“

 

Vermeide Konflikte und denke lösungsorientiert.

Lass dich von negativer Kritik nicht auffressen! Sieh es als Bewährungsprobe und denke immer positiv. Als Lehrkräfte sind wir immer in der Kritk. Grundsätzlich werden unsere Entscheidungen hinterfragt von Schülerinnen und Schüler, Eltern, Kolleginnen und Kollegen, der Schulleitung, der Bildungsbehörde und der Politik. Eine Basiskompetenz ist für uns folglich mit Kriktik umgehen zu können und dabei gesund zu bleiben.

Tipp: Nimm dir Zeit über die Kritik nachzudenken. Bleib lösungsorientiert und denk positiv.

8. Übe die Reflexion!

Übe es! Klingt banal, aber kaum einer tut es.

Übe deine Unterrichtsreflexion. Gib deinen Unterrichtsentwurf zwei Personen deines Vertrauens zum Lesen und macht ein Rollenspiel. Führt eine fiktive Unterrichtsreflexion durch.

    1. Macht ein Rollenspiel, indem du die Referendarin / der Referendar bist.
    2. Macht ein Rollenspiel, indem du die Fachleiterin / der Fachleiter bist.

 

  • Überlegt euch gemeinsam typische Fragen und passende Antworten.
  • Übe die ersten Sätze und gewinne Sicherheit: „Ich werden meinen Unterricht reflektieren nach der ZIMT-Methode…“
  • Erstellt eine Liste mit möglichen Problemen und Hürden der Unterrichtsstunde.
  • Sei mutig und filme dich dabei. Man kann erstaunliche Dinge über sich selbst lernen.

ZIMT-Methode

Das gesamte Material zur ZIMT-Methode kannst du hier herunterladen:

über die Autorin

Dr. Janina A. Bindernagel

Lehrerin, Didaktikerin und Visualisierungsexpertin

ZIMT-Methode